Heute fühlt man sich dazu herausgefordert, eine neue Wende im Literaturunterricht im Zeitalter der neuen Medien herbeizuführen. Es ist einzuräumen, daß wir selten literaturdidaktische Konzeptionen systematisch organisiert und praktisch angewendet habe ...
Heute fühlt man sich dazu herausgefordert, eine neue Wende im Literaturunterricht im Zeitalter der neuen Medien herbeizuführen. Es ist einzuräumen, daß wir selten literaturdidaktische Konzeptionen systematisch organisiert und praktisch angewendet haben, während wir uns jedoch mit deutschen literarischen Werken und Literaturtheorien bevorzugt beschäftigt haben. Aber diese wissenschaftliche Forschungsrichtung kann kaum hilfreich sein, die Krise des Literaturunterrichts zu lösen. Nun sollten wir bisherige Positionen des Literaturunterrichts kritisch reflektieren und die für uns geeigneten Methoden konzipieren. In diesem Sinne wäre es nötig, literaturdidaktische Konzeptionen zu betrachten und ihre Anwendungsmöglichkeiten zu suchen. In dieser Arbeit gehen wir auf drei literaturdidaktische Begriffe ein, d. h. Intermedialität, Intertextualität, Interkulturalität, die eine zentrale Rolle im Diskurs der Literaturwissenschaft und der Literaturdidaktik spielen.
1) Was ist Intertextualität? Mit diesem Begriff versucht man, das überall vorhandene Phänomen der Vernetzung von Texten als ein Theorem zu etablieren. Julia Kristeva hat den Terminus schon in den sechziger Jahren eingeführt. Der erweiterterte Begriff Intertextualität umfaßt nicht nur die textinhärenten Eigenschaften, sondern auch Relationen zwischen Texten, die sich im Rezeptionsproze konstituieren. So gesehen, wird es für die Lernenden möglich, die Polyvalenzstruktur der literarischen Texte zu verfolgen und eigene Perspektive zu projizieren. So gilt der Begriff Intertextualität auch für unseren Literaturunterricht.
2) Was ist Intermedialität? Heute kann man eine neue weitere Forschungstendenz beobachten, die sich in den medialen Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Künsten begründet. Diese Tendenz kann mit dem Begriff Intermedialität bezeichnet werden, was neuerdings als eine Integration von ästhetischen Konzepten einzelner Medien in einem neuen medialen Kontext" angesehen wird. In dieser Hinsicht wird die Meinung immer mehr berücksichtigt, daß Literatur ein neues Leben in den Relationen zwischen verschiedenen Medien führt. Hier kann eine neue Möglichkeit der Lektüre gefunden werden. Darüber hinaus kann die Veränderung der Wahrnehmung durch das Medium im Literaturunterricht thematisiert werden.
3) Was ist Interkulturalität? Der Begriff Kultur ist immer mehr erweitert worden. Jetzt wird der Begriff Kultur nicht nur als geistiges, materiales Produkt einer Gruppe oder Gesellschaft, sondern als "ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe sehr typisches Orientierungssystem" verstanden. Das interkulturelle Lernen, das von diesem erweiterten Kulturbegriff ausgeht, dient dem Verstehen des Fremden, aber auch dem Verstehen der eigenen Kultur. So sollte der fremdsprachliche Literaturunterricht ein Feld für das interkulturelle Lernen sein.
Hier ist zu bemerken, daß die drei literaturdidaktischen Begriffe im Literaturunterricht integrativ angewendet werden. Allerdings ist es noch sinnvoller, wenn man andere literaturdidaktische Kategorien wie 'Vergleich', 'Kontextuierung' und 'Aktualisierung' mit einbezieht.